1920 – 1930

Die stetig steigende Zahl der Bevölkerung in Kapfenberg, machte es notwendig in mehreren Ortsteilen eine Feuerwache zu errichten.
Die Freiwillige Feuerwehr Hafendorf wurde daher im August 1920 von mehreren Männern des Ortsteils gegründet. Gründungsmitglied und Erster Kommandant was Gustav Fritz. Dieses Amt bekleidete er bis1924.
Neben mehreren kleineren Einsätzen kam es 1922 zu einem Großbrand am Gutshof der Familie Kraft.

Einsatzfahrzeug 1920

Die ersten Gerätschaften wurden in einem gepachteten rüsthausähnlichen Gebäude untergebracht.
Bereits 1923 konnte dieses Gebäude um einen Steigerturm erweitert werden. Nach der Gründung wurde eine, schon gebrauchte, Abprotzpumpe(1) erworben. Auch stand seit 1921 bereits ein pferdebespannter Mannschaftswagen zur Verfügung. Die weitere Technisierung der Feuerwehren ging auch an der Feuerwehr Hafendorf nicht spurlos vorbei, und so konnten schon 1924 eine zweirädrige Motorspritze und 1929 die erste Tragkraftspritze erworben werden. Kommandant zu dieser Zeit, war Markus Sonnleitner, der der Feuerwehr bis 1927 leitete.
Im Jahr 1930 wurde ein Puch 8 als neuer Rüstwagen angekauft, der bis zu Kriegsbeginn 1938 seine Dienste leisten musste.

1930 – 1950

August Ofner war von 1927 bis 1942 Kommandant der Wehr. Da er dem damaligen Regime sehr kritisch gegenüberstand, wurde er auf Befehl von “Oben” aus seiner Kommandantur entlassen und durch Rudolf Loidl von 1942 bis 1946 ersetzt. Während des Krieges wurde der Wehr Hafendorf ein LF 8 mit Tragkraftspritze zugewiesen. Dieses Fahrzeug wurde jedoch nach Kriegsende im Jahr 1945, vermutlich von den Russen, verschleppt und es musste dringend um Ersatz gesucht werden. Nach mehrfachen Bitten und auch Bittschreiben an die Stadtfeuerwehr für ein Leihfahrzeug konnte 1946 ein Militärfahrzeug der Type Bedford von den Engländern erworben werden, welches von den Wehrmännern eigenständig umgebaut und mit einer Vorbaupumpe versehen wurde.

Bedford QLD (ursprüngliches britisches Militärfahrzeug)

Ab 1949 erweiterte eine moderne Tragkraftspritze der Type RW 80 den Bestand.

1950 - 1970

Löschzug Deuchendorf 1956

Im Jahr 1957 wurde unter großer Mithilfe der umliegenden Bevölkerung ein VW-Kombi mit Anhänger für die Tragkraftspritze RW 80 erworben. Aufgrund der Verlegung der damaligen Bundesstraße B 17 musste das ursprüngliche Rüsthaus abgetragen werden.
Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für eine neue Feuerwache wurde man in der Josef-Stanek-Gasse fündig und baute dort ein neues, für die damalige Zeit sehr modernes Rüsthaus, welches im Jahre 1958 bezogen und eingeweiht werden konnte.

Rüsthaus 1959

1966 wurde die Anschaffung, unter Kommandant Oskar Detischek, der die Wehr von 1946 bis 1963 führte, eines Tanklöschfahrzeuges TLF 2000 erforderlich, nachdem das alte Rüstfahrzeug unbrauchbar geworden war.

1970 – 1990

Durch die Zunahme der Bevölkerungsdichte im Raum Kapfenberg wurde es im Laufe der Zeit notwendig, weitere Einsatzfahrzeuge und Gerätschaften anzuschaffen, sodass mit den vorhandenen Räumlichkeiten nicht mehr das Auslangen gefunden werden konnte. Aus diesem Grund wurde in den Jahren 1972-73, sowie in den Jahren 1983 und 1992 insgesamt dreimal zugebaut und das Rüsthaus Schritt für Schritt um die mittlerweile notwendig gewordenen Räumlichkeiten erweitert. Neben einem neuen Schulungssaal standen nach dem letzten Zubau im Jahr 1992 ein Aufenthaltsraum, ein Funkraum, sowie ein weiteres Büro zur Verfügung. Ebenso konnte die FF Kapfenberg-Hafendorf mit der Anschaffung eines TLF-A 3000 im Jahre 1987 und des KRF-B im Jahr 1990 ihren Fuhrpark auf den heutigen Stand von vier Fahrzeugen erweitern.
1976 unterstützten einige Kameraden die Bewohner von Friaul nach einem schweren Erdbeben und im Jahr 1986 gab es einige Einsätze beim Jahrhundertschnee.

1990 – 2010

Die Erweiterung der Siedlungs- und Gewerbegebiete in Apfelmoar sowie die Schaffung des Industrieparks Kapfenberg, stellten die Feuerwehr Kapfenberg-Hafendorf immer wieder vor neue Herausforderungen, auf welche durch die Anschaffung neuer Ausrüstungsgegenstände, sowie eine erweiterte Ausbildung reagiert wurde. Im Jahr 2006 konnte das mittlerweile in die Jahre gekommene KLF-A durch ein neues geländegängiges Löschfahrzeug der Type Mantra ersetzt werden. Ein erneuter Zubau zum Rüsthaus wurde in Form eines Lagers und einer Garage im Jahr 2007 realisiert.
2009 standen der Feuerwehr Kapfenberg-Hafendorf vier Fahrzeuge (MTF-A, LFA, TLF-A 3000, KRF-B) sowie mehrere zusätzliche Gerätschaften und Anhänger zur Verfügung. Knapp 250 Einsätze galt es für die 64 Mitglieder in diesem Jahr zu bewältigen.

Rüsthaus 2010
Rüsthaus 2010

2010 - 2020

Aufgrund der Vergrößerungen im Industriepark, High-Tech Park, sowie in weiteren Ausbauten im Einkaufsbereich Apfelmoar, wurde im Jahr 2012 das 25 Jahre alte TLF-A 3000 auf ein modernes TLFA 3000/200, aufgebaut durch die Fa. Rosenbauer, ausgetauscht. Weiteres konnte 2014 eine Generalsanierung am Feuerwehrhaus durchgeführt werden, sowie das alte MTF-A durch ein neues ersetzt werden. 2018 wurde das KRF-B durch ein HLF1-LB ersetzt, zeitgleich wurde das LFA zu einem MZF umgerüstet.

In den letzten Jahren wurden jährlich zwischen 250 und 350 Einsätze durch die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Kapfenberg - Hafendorf abgearbeitet.

(1) Abprotzpumpe bedeutet, dass diese von dem Fahrgestell abgenommen werden konnte und anschließend in einen Bach oder Fluss gestellt wurde, damit das Wasser automatisch oben hineinläuft und nicht mittels Eimer nachgefüllt werden musste.